Die Südinsel Neuseelands (Te Waipounamu) ist das wilde, majestätische Herz des Landes. Während die Nordinsel mit Kultur und Geothermie punktet, dominieren hier im Süden die schneebedeckten Gipfel der Southern Alps, tiefblaue Fjorde und eine Tierwelt, die man so nirgendwo sonst auf der Welt findet.
Nach meinen eigenen Touren durch den Süden habe ich eine Liste der absoluten Highlights zusammengestellt. Aber Achtung: In Neuseeland ist oft der Weg das Ziel. Plane genug Zeit für spontane Stopps ein!
1. Milford Sound – Das (fast) achte Weltwunder
Keine Reise auf die Südinsel ist komplett ohne das Fiordland. Der Milford Sound ist spektakulär, egal ob bei strahlendem Sonnenschein oder bei typischem Regen, wenn hunderte temporäre Wasserfälle die schwarzen Felswände hinabstürzen.
Beste Aktivität: Eine Schiffsrundfahrt (Cruise).
Mein Insider-Tipp: Die meisten Touristen kommen als Tagesgäste mit dem Bus aus Queenstown (4 Stunden Fahrt pro Strecke!). Übernachte stattdessen in Te Anau. So kannst du die erste Tour am Morgen (gegen 09:00 Uhr) nehmen. Du hast den Fjord fast für dich allein, bevor die Karawane aus Queenstown eintrifft.
Wichtig: Buche deine Tour und ggf. den Campingplatz/das Hotel Monate im Voraus. Fiordland ist fast immer ausgebucht.
2. Aoraki / Mount Cook – Das alpine Herz
Der höchste Berg Neuseelands ist ein heiliger Ort für die Māori und ein Paradies für Wanderer. Die Fahrt entlang des Lake Pukaki direkt auf das Massiv zu gehört zu den schönsten Roadtrip-Momenten der Welt.
Beste Aktivität: Der Hooker Valley Track. Er ist flach, gut ausgebaut und führt dich über drei spektakuläre Hängebrücken direkt zum Gletschersee am Fuße des Mount Cook.
Mein Insider-Tipp: Wenn du fit bist, wandere zu den Mueller Hut. Die Aussicht von oben auf die Gletscher, die ständig mit lautem Grollen kalben, ist unbeschreiblich. Aber Vorsicht: Das Wetter schlägt hier innerhalb von Minuten um!
3. Lake Tekapo & Pukaki – Das Blau, das fast weh tut
Die Farbe dieser Gletscherseen ist kein Photoshop-Filter. Das feine Steinmehl der Gletscher („Rock Flour“) verleiht dem Wasser ein milchiges Türkis, das du gesehen haben musst.
Highlight: Die kleine Steinkirche Church of the Good Shepherd in Tekapo.
Mein Insider-Tipp: Tekapo liegt im International Dark Sky Reserve. Nutze eine klare Nacht für das beste Stargazing deines Lebens. Du kannst das Kreuz des Südens und die Milchstraße mit bloßem Auge sehen.
4. Queenstown – Adrenalin und Alpen-Vibe
Queenstown ist die „Adventure Capital of the World“. Hier wurde das Bungee-Jumping erfunden. Die Stadt liegt wunderschön am Lake Wakatipu, umrahmt von den Remarkables-Bergen.
Beste Aktivität: Einmal mit der Gondel hoch zum Bob’s Peak für die Aussicht.
Mein Insider-Tipp: Jeder steht für einen Fergburger an. Mein Rat: Bestelle online vor, hol dir den Burger und setz dich ans Seeufer. Es schmeckt dort doppelt so gut wie im lauten Laden.
5. Abel Tasman Nationalpark – Goldene Strände
Im Norden der Südinsel erwartet dich fast schon tropisches Flair. Türkises Wasser trifft auf goldgelben Sand und dichten Farn-Dschungel.
Beste Aktivität: Eine Kombination aus Wassertaxi und Wandern auf dem Abel Tasman Coast Track.
Mein Insider-Tipp: Leih dir ein Kajak! Nur vom Wasser aus entdeckst du die kleinen versteckten Buchten und die Seehund-Kolonien auf den vorgelagerten Felsen.
6. Wanaka – Das entspannte Juwel
Wanaka ist wie Queenstown, nur ein bisschen „cooler“ und weniger hektisch. Der berühmte „That Wanaka Tree“ im See ist das meistfotografierte Motiv der Insel.
Beste Aktivität: Die Wanderung auf den Roys Peak. Ja, das Foto am Gipfelgrat ist ein Klassiker.
Mein Insider-Tipp: Wenn dir der Roys Peak zu voll ist, geh auf den Isthmus Peak. Die Aussicht ist mindestens genauso spektakulär, aber du teilst sie dir mit deutlich weniger Menschen.
7. Franz Josef & Fox Glacier – Eis im Regenwald
An der Westküste passiert etwas Magisches: Gletscher fließen fast bis in den gemäßigten Regenwald hinunter.
Beste Aktivität: Ein Heli-Hike (Landung auf dem Eis).
Mein Insider-Tipp: Da die Gletscher leider stark schmelzen, kommt man zu Fuß kaum noch nah heran. Ein toller kostenloser Viewpoint ist der Sentinel Rock beim Franz Josef Glacier.
8. Kaikoura – Wo die Riesen der Meere wohnen
Kaikoura ist einer der wenigen Orte der Welt, an denen man das ganze Jahr über Pottwale beobachten kann, da der Meeresboden hier steil abfällt.
Beste Aktivität: Whale Watching per Boot oder Kleinflugzeug.
Mein Insider-Tipp: Fahre zum Point Kean Viewpoint. Dort liegen oft Dutzende Robben direkt auf den Felsen im Parkplatz-Bereich (bitte halte mindestens 10 Meter Abstand!).
9. The Catlins – Die wilde Einsamkeit
Ganz im Süden liegt eine Region, die viele Touristen aus Zeitmangel auslassen. Ein Fehler! Hier findest du tosende Wasserfälle, Leuchttürme auf Klippen und versteckte Höhlen.
Highlight: Der Nugget Point Lighthouse bei Sonnenaufgang.
Mein Insider-Tipp: Besuche die Curio Bay. Mit etwas Glück siehst du hier abends die seltenen Gelbaugenpinguine aus dem Meer an Land watscheln.
10. Arthur’s Pass – Die alpine Querung
Die Fahrt über die Alpen von Christchurch an die Westküste ist ein technisches und visuelles Meisterwerk.
Highlight: Die Otira Viaduct Aussichtsplattform.
Mein Insider-Tipp: Halte am Parkplatz Ausschau nach den Keas. Diese Bergpapageien sind extrem schlau und neugierig. Pass aber auf deine Rucksäcke und Autodichtungen auf – sie knabbern alles an!

